Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

68er-Spießer in der RTL-Kommune

Mittwoch, Januar 19th, 2011


Es hat uns im Griff. Nicht Dioxin, Hochwasser oder Tunesien. Sondern das Dschungelcamp auf RTL. Ex-Promis im australischen Dschungel begeistern uns, der moderne Mythos des Millionärs, der zum Tellerwäscher wird, beruhigt. Irgendwie eine Rückbesinnung auf das „was wirklich zählt“: zwischenmenschliche Interaktion. Oder das was so’ne Fast-Top-Model-Finalistin dafür hält. Die Phrase „kalter Entzug“ krampft immer wieder in meinem Kopf. Einzig verstörend: Rainer Langhans. Das ist der Kommunen-Revoluzzer, der neue Wege der Gesellschaft zeigte? Der Bürgerschreck? Sympathisch ist er ja. Liegt es daran dass er zutiefst bürgerlich ist? Und konservativ. Und ehrlich. Ein wenig debattieren ist ihm geblieben. Und Dirk Bach verfällt da in Bewunderung. Auch überraschend. Überraschend öffentlich-rechtlich. So bitter es klingt: RTL erreicht genau die Zuschauer die ARD & ZDF fehlen. Und das ganz ohne mein Steuergeld, einfach aus eigener Kraft. Irgendwie ganz schon do-it-yourself-68er-Style dieses Privatfernsehen…. (seba)

 Hey, das ist den öffentlich rechtlichen Sendern gegenüber ungerecht. Sie werden ihren Auftrag schon gerecht. Denn es gibt Brot und Spiele für das ganze Volk. Bei den ganzen Kochsendungen und Wintersportwochenenden . Zusätzlich wird demnächst auch noch jeden Tag die hohe Kunst des Debattierens ihr Forum bekommen. Politischer Talk jeden Tag, frisch gesponsort von CVM mit dem Gütesiegel der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. RTL beweist leider, das auch linke Spießer bei genug Kohle umknicken. Während es bei den Öffentlichen also Brot und Spiele gibt, bedienen die Privaten das Fußvolk. Ganz wie im alten Rom.  Was wäre wenn es so etwas wie das bedingungslose Grundeinkommen geben würde? Würden uns all diese C Promis, Amateurdarsteller in diesen lächerlichen Sendungen, die von bekifften Drehbuchautoren geschrieben werden, erspart bleiben? Zumindest ökonomische Argumente würden dann nicht mehr zählen. 5 Minutes of Fame bekommt man auch beim blank ziehen auf dem Mardi Gras. Perlenkette inklusive.  (sawo)

 

Teaparty und die Fischfrage

Dienstag, Januar 11th, 2011


Boston vor 240 Jahren. Tea-Party. Als Indianer Verkleidete zerhacken Teelieferungen. Wer das war weiß man nicht, die Motive kennt in der BRD kaum einer. Die heutige Tea-Party-Bewegung zerhackt die Demokratie. Wer sich hinter den Republikanern verbirgt, weiß man auch nicht. Deutschland brauchte Sarrazin, um Veränderung anzustoßen. Die USA brauchten Obama. Und jetzt Palin. Nicht Michael Palin. Fänd ich besser. Is‘ aber nicht. Sondern Sarah. Barrakuda. Unsere Merkel ist da ruhiger. Eher Modell Karpfen. In Teflonpfanne. Sagen die Amis. Was tun? Waffengesetze verurteilen? Bei uns kann sowas nicht passieren? Bei uns passiert gar nichts. Generell; ist nicht besser, sondern einfach nur anders. Und niemand sollte verurteilt werden, nur weil er anders ist. Menschen Rechte abzusprechen, wegen ihrer anderen Meinung oder ihres Geld, ist nicht OK. Das ist menschenverachtend. Das sollte ihr mal jemand mitteilen. Also, Gesine Lötsch jetzt. Und der Sarah. Palin. Oder auch Wagenknecht? (seba)

Wie erklärt man nichtwissenden die Boston Tea Party? Irgendwie kann man das anhand des Warsteiner FussballStammtisches erklären. Da wäre Sarrazin als Gast doch mal ne schöne Alternative. Könnte sich mal darüber äußern wo die deutsche Bundesliga ohne Migranten im europäischen Vergleich stehen würde. Wäre mal was. Am besten dazu noch H.P Baxter, der weiß ganz genau wie teuer der Fisch so ist. Schließlich fragt der das ja andauernd. Veränderungen hat Sarrazin ja nicht gebracht. Nur Quoten! Aber wir bräuchten jetzte dringend ein Buch über vergiftetes Essen. Das könnte ja Frau Sarrazin schreiben, die ist ja im Streß und hätte jetzt zu Hause viel Zeit. Im Linken Lager gibt es jetzt ja die Reformer unter den Reformen. Da freue ich mich auf die neue Partei in der Mitte zwischen CSU, Linkspartei und SPD. Liegt Seeheim eigentlich überhaupt an einem See? Oder ist da jetzt nach den biblischen Niederschlägen schon ein Meer?! Hoffentlich gibt es dort keine Barrakudas sondern Rotbarsche (sawo)

2000zeichen.de – was ist das?

Sonntag, Januar 9th, 2011

Die Idee:

In 2000 Zeichen erfolgen Rede und Gegenrede zu einem aktuellen Thema aus Politik, Gesellschaft, Kunst, Kultur oder Wirtschaft.

Einer der beiden Autoren legt 1000 Zeichen vor, ohne das Thema mit seinem Gegenpart abgesprochen zu haben.

Dieser muss innerhalb von 48 Stunden seine Stellungnahme in 1000 Zeichen abliefern.

Das Ganze soll dabei frisch, fetzig und gesellschaftskritisch sein, aber nicht in die Albernheit kippen.

Hohe Ziele, aber nur wer sich hohe Ziele setzt kann gründlich an diesen scheitern.

Die Autoren:

Sascha (sawo) ist Sozialwissenschaftler und arbeitet für eine Gewerkschaft, so’n richtiger Linker halt.

Sebastian (seba) ist Psychologe und schreibt für die BILD-Zeitung, so’n typischer FDP-Typ halt.

Da wo der eine Schalker ist, ist der andere Dortmunder. Wo der eine nur Öffentlich-Rechtliches guckt, glotzt der andere nur Privatfernsehen.

Was sie eint, ist das Interesse an all dem, was Menschen um die Dreissig bewegt, und der Wunsch darüber ins Gespräch zu kommen.